MILAN SVOBODA
Composer,
conductor, band leader, jazz pianist
Reviews:
Germany, Ratzeburg, 7.6.2008

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(te) Ratzeburg –
Weltklasse Jazz in der Ratzeburger St. Petri-Kirche:
Mit dem Milan Svoboda Quartet hat der Verein Jazz in Ratzeburg dem
Publikum erneut ein besonderes Highlight geboten. Rund 100 fesselnde
Minuten faszinierten die Zuhörer. Gekommen waren zwar nur rund 80
Besucher - diese jedoch würdigten das musikalische Event mit
begeistertem Beifall.
„Dieses Konzert werde ich nie vergessen“, schwärmte Ulla Redecker
vom Jazzverein am Ende, als sie den Musikern dankte. Das sei die hohe
Schule des Jazz gewesen. Redecker und der Vereinsvorsitzende,
Götz Salisch, hatten den tschechischen Pianisten Milan Svoboda mit
seiner Bigband im März 2006 im Prager Jazzclub „Reduta“
gehört und waren begeistert gewesen. Mehr als zwei Jahre
hätten sich die Verhandlungen hingezogen. Ein Jazzerlebnis der
besonderen Art war jetzt Belohnung für die intensiven
Bemühungen. Gekommen war der Meister des Pianos mit seinem
Quartett. Dazu gehören Milan Krajic (Saxophon), Ivan Audes
(Schlagzeug) und Filip Spaleny (Bass), alles Solisten, die mit
erstklassigen Ensembles der tschechischen Jazzszene zusammen arbeiten.
Auf dem Programm standen ausnahmslos Eigenkompositionen des
Pianisten. Während die letzten Sonnenstrahlen des Junitages durch
die Fenster fielen und die Kirche immer mehr ins Abendlicht tauchten,
belebten die feinen, einfühlsamen, lyrischen oder auch furiosen
und intensiven Klänge der vier Musiker den Raum. Leichte und
fröhliche Partien wechselten sich ab mit klangstarken und
eindringlichen Passagen. Verschiedene Soli belohnte das Publikum mit
spontanem Applaus. Eindrucksvoller Höhepunkt war Svobodas
Klaviersolo zum Ende. Der 1951 in Prag geborene Pianist beherrscht sein
Instrument mit überzeugender Sicherheit. Die Hände bearbeiten
zwar die Tasten, der ganze Mann ist jedoch Musik. Neben dem Ohrengenuss
faszinierte Svobodas Ergebenheit an die Musik auch das Auge.
In fast privat wirkendem Rahmen und direkter Nähe zu den Musikern
gaben sich die Besucher dem Klangerlebnis hin. Füße wippten
im Takt, die Musik der vier Virtuosen zog von Beginn an in ihren Bann.
Umhergehen war ausdrücklich erlaubt, so dass die Besucher aus
verschiedenen Perspektiven das Konzert erfahren konnten. Die
Zuhörer erlebten lebendigen Jazz, der Spaß macht, zum
Träumen anregt, aber auch aufwühlt. Hundert Minuten mit Milan
Svoboda und seinem Ensemble wurden zu hundert Minuten Musikgenuss ohne
eine Sekunde Langeweile.
(Foto: Teckenburg)