Concert review:
Milan Svoboda Quartet
Germany, Weiden - Bayerisch-Bömische Jazztage, 12.3.2005
"Der Neue Tag" - Oberpfalzen (15.3.2005):
Musikalische bayerisch-böhmische Begegnungen in Weidens Regionalbibliothek
Gespannte Erwartung lag in der Luft, als das Quartett um den böhmischen
Erzmusikanten Milan Svoboda den Jazzreigen anlässlich der Bayerisch-Böhmischen
Kulturtage eröffnete. Wie schon Jahre zuvor bei Jiri Stivin oder Laco
Deczi, hatte man es hier mit einem virtuosen Künstler zu tun, der voll
in seiner Kunst aufgeht und bei dem Ohren und Augen gleichermaßen zu
ihrem Recht kommen.
Rhythmisch runderneuert
Seine quirligen Klangkaskaden ziehen auch den mit Jazz nicht vertrauten Zuhörer
in ihren Bann. Man glaubt sich um Jahrzehnte zurückversetzt in eine
Zeit, als sich Jazz und Rock miteinander anfreundeten und Leute wie Miles
Davis oder Chick Corea ihr Hohelied auf das Elektro-Piano absangen. Mittlerweile
ist die Euphorie etwas gewichen und die synthetischen Sounds reißen
niemand mehr vom Hocker.
Sensible Gemüter flüchten sich eher in die hinteren Reihen, um
der geballten Klangwoge zu entgehen. Selbst Klassiker wie Coltranes "Moment's
Notice" oder "Body & Soul" werden rhythmisch runderneuert, nur in den
leisen Passagen kommt das handwerkliche Können der Musiker und ihre
sensible Klangwelt zum Tragen.
Louis Reitz