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MILAN
SVOBODA
QUARTET
modern jazz group
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New personnel:
Milan Krajic - tenor and soprano sax
Milan Svoboda
- piano, keyboards
Filip Spaleny
- bass
Ivan Audes -
drums
photos!
MILAN SVOBODA QUARTET, founded
in 1979. Modern mainstream combining jazz with elements of contemporary
serious music, rock and folklore elements and very often grouping individual
themes into larger musical units of a suite character.
Concerts all over Europe, in the U.S.A., and in India. In
June 1991 selected to participate in the First European Jazz Night
- a TV concert of European jazz personalities transmitted
from Vienna to 24 countries. CD Albums:
"Open The
Window Wide", "Dedication", "The Boston Concert" , "Tonight-Tomorrow
Morning",
Milan Svoboda Q & Tony Lakatos,
"Sign of Sagittarius"
and "Live at the Castle"
MSQ Albums:
MSQ partitipation on int.
jazz festivals:
(see complete list)
Leverkusen
Jazz Days, Konstanzer Jazz Herbst, Münster, Europische Wochen Passau,
Jazzbühne Berlin,
Orgeltage Burghausen, Lindau, Husum, Göttingen, Leipziger Jazz Tage,
Trier, Jazz Meeting
Berlin, Jazztage Görliz, Jazz Rally Düsseldorf, Chemnitz,
Jazz Weekend Regensburg, Jazz in Hamburg, Jazz
T(w)oday Trostberg , Jazz auf dem Burg Burgthann (Germany) -
Eurojazz Mexico
City, Morelia Jazz Festival, Zacatecas (Mexico) -
Paris, Bedarieux, Marvejoles, Jazz a toute heure
Saint Remy de Chevreuse,
Les ranez-vous de l´erdre Nantes (France) - European Jazz Night
Vienna, Bad Ischl, Linz (Austria) -
Jazz in Olten (Switzerland)
- Brosella (Belgium) -
Jazz Jamboree Warszaw, Piano Jazz Festival Kalisz, Jazz
Odra Wroclaw (Poland) -
Jazz e dintorni Assisi (Italy) -
San Sebastian, Villena (Spain) -
Sibiu (Romania) - Bratislava Jazz Days
(Slovakia)
and all importand festivals in Czech Republic.
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REVIEWS:
CD: "Milan Svoboda Quartet & Tony Lakatos"
(PJ Music 1998)
Jazzreview from the internet Jazz Magazine:
http://www.jazzreview.com/cdreview.cfm?ID=1251
Featured Artist: Milan Svoboda Quartet featuring Tony Lakatos
CD
Title: Milan Svoboda Quartet featuring Tony
Lakatos
Year: 1998
Record Label: Pyly Jazz
Genre: Contemporary Jazz
Musicians:
Review: This disc of talented musicians primarily
from the Czech Republic: Michal Gera, trumpet, flugelhorn; Milan
Svoboda, piano; Martin Lehky, bass guitar; Ivan Audes, drums, and
featuring Hungarian tenor saxophonist, Tony Lakatos, deliver great
combinations of uptempo jazz, sophisticated rock and a little blues.
This session has something that many of us miss with regard to contemporary
jazz. The opening track, “Bluff” sounds like a mixture of
Eddie Harris, Horace Silver and Donald Byrd in the sixties and seventies.
Svoboda swings on piano beneath Lakatos’ tough and tender sax. Gera’s trumpet
swings hard like his bandmates in a jam reminiscent of Eddie Harris’ “Freedom
Jazz Dance.” “Mud/Bahno” injects straight-ahead into fusion.
Lakatos sax workout here is similar to Dexter Gordon’s soulful interpretations.
After a lively workout, it cools down to Gera’s trumpet performance worthy
of the highest praise. “Shadows/Stiny” waxes an intellectual
groove, but has a sensual quality as well.
The band knows a smokin’ groove, as evident in “Body and Soul,”
and they play the right balance of both. “Hot Coffee”
has a “big city” sound with Gera’s trumpet telling a story
in the midst of “neon lights and fast movers.” It changes gears and
settles down to Lehky’s bass guitar and Lakatos tenor holding a conversation.
Audes swings the drums harder here than on any other track. “View From
the Window” is not “cocktail,” but it's what lounge music hoped to
be. The solos are strong and it starts out with high-energy but cools
to a low boil. Milan Svoboda composed all tracks, except “Body and Soul”.
This disc should be quite welcome to a wide audience. This is some really
great contemporary jazz and hopefully more like it will spring forth.
Rating: Four Stars
Reviewed by: Denai Burbank
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Concert reviews (MSQ):
Mexico, Morelia Jazz Festival, 31.3.2006
Germany, Dresden, Festival Jazzwelten, 12.3.2005
Germany,
Weiden - Bayerisch-Bömische Jazz Tage, 12.3.2005
"Der Neue Tag" - Oberpfalzen (15.3.2005):
Musikalische bayerisch-böhmische Begegnungen in Weidens Regionalbibliothek
Gespannte Erwartung lag in der Luft, als das Quartett um den böhmischen
Erzmusikanten Milan Svoboda den Jazzreigen anlässlich der Bayerisch-Böhmischen
Kulturtage eröffnete. Wie schon Jahre zuvor bei Jiri Stivin oder Laco
Deczi, hatte man es hier mit einem virtuosen Künstler zu tun, der voll
in seiner Kunst aufgeht und bei dem Ohren und Augen gleichermaßen zu ihrem
Recht kommen.
Rhythmisch runderneuert
Seine quirligen Klangkaskaden ziehen auch den mit Jazz nicht vertrauten
Zuhörer in ihren Bann. Man glaubt sich um Jahrzehnte zurückversetzt in
eine Zeit, als sich Jazz und Rock miteinander anfreundeten und Leute wie
Miles Davis oder Chick Corea ihr Hohelied auf das Elektro-Piano absangen.
Mittlerweile ist die Euphorie etwas gewichen und die synthetischen Sounds
reißen niemand mehr vom Hocker.
Sensible Gemüter flüchten sich eher in die hinteren Reihen, um der
geballten Klangwoge zu entgehen. Selbst Klassiker wie Coltranes "Moment's
Notice" oder "Body & Soul" werden rhythmisch runderneuert, nur in den
leisen Passagen kommt das handwerkliche Können der Musiker und ihre sensible
Klangwelt zum Tragen.
Louis Reitz
Germany, Wangen - Allgäuer Jazz Tage, 14.10.2004
Germany, Hamm, Jazz Club, 23.1.2004
France, Nantes, Randez-vous de l´Erdre, 31.8.2002:
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Neustadt - Maxburg, Germany, November 10th,
2001
(RHEINPFALZ ZEITUNG)
Musik voller Leben
Milan-Svoboda-Quartett zu Gast auf der Maxburg
Milan Svoboda aus Prag ist ein Arbeitstier: unzählige Projekte und
Tourneen, er steht pausenlos unter Strom. Vor Jahren kam er verspätet
nach Wachenheim, ging auf die Bühne spielte sein Konzert und fuhr unmittelbar
danach nach Prag zurück. Am Samstag hatte er sein Quartett nach Neustadt
in die Maxburg mitgebracht.
Das Fazit vorneweg: Anspruchsvolle intelligente, ja
spannende Musik, eine geniale Mischung aus romantischer E-Musik, osteuropäischer
Folklore und Modern Jazz mit Zitaten der europäischen Kulturtradition.
Voller trickreicher Rhythmen und Metren, exakt und präzise. Der Abend
wurde überwiegend mit Originalkompositionen von Milan Svoboda (Piano)
bestritten und einem einzigen Arrangement, aus dem man erst allmählich
"Body and Soul" heraushören konnte, mit eigenem Groove und Witz. Die
Musik des Quartetts groovt durch und durch, trotz komplizierter Metrik
mit wechselnden Harmonien, rockig moderner Mainstream mit vertrackten
Rhythmen. Der Einfluss der osteuropäischen Folklore vermittelt Lebensfreude,
Martin Lehky spielt einen exzellenten Bass, wie Johannes Schaedlich feststellt,
der eigens angereist kam, um diese Formation zu hören. Die Trompete von
Michal Gera klingt wie eine komplette Bläsersektion, mitunter erinnert
die Musik an die Klassiker der Jazz-Rockszene wie das United Jazz & Rock
Ensemble mit einem Schuss Folklore. Bei traumhaften lyrischen Balladen (Michal
Gera am Flügelhorn) beherrscht Ivan Audes die hohe Schule des leisen Schlagzeugspiels,
begleitet das Bass-Solo nur mit den beiden Schlagstöcken, oder kratzt sich
bei einem Schlagzeugsolo entspannt an der Nase, schafft es "on beat" parallel
zu beschleunigen und zu bremsen, einfach nur unglaublich. "Relativ wortkarg",
findet ein Schweizer Jazzfan den Protagonisten, er stellt nach der Pause
"Magic", eine vor wenigen Wochen frisch komponierte Suite vor. Ein komplexes
Werk, stark an E-Musik erinnernd, wir hören Smetana, Weill, Liszt und Blues,
groovige komplizierte Riffs mit verschobenem Schwerpunkt, unendlich kompliziert,
präzise wie ein Uhrwerk und voller Leben und mit viel Liebe zum Detail. Svoboda
brilliert zwischen Boogie Woogie und Moderne immer on beat, treibt seine
musikalischen Scherze mit dem fachkundigen Publikum und zitiert aus dem unendlichen
Schatz der Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach. Erst nach drei
Zugaben dürfen die Musiker von der Bühne. So macht Musik einfach richtig
Spaß. (ek)
RON - RHEINPFALZ ONLINE, Mittwoch, 14. Nov
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Bamberg Jazzclub, Germany, September 21th,
2001
(FRÄNKISCHER TAG)
Urbane Klänge aus Prag mit Sogwirkung
Gastspiel des Milan Svoboda Quartet zum Saisonauftakt im Bamberger
Jazzkeller
von Barbara Kurz
Eigentlich mag man den abgedroschenen Spruch vom Klasse-Jazz aus
Prag gar nicht mehr wiederholen. Wenn aber eine Formation wie das
Milan Svoboda Quartet auftritt, dann muss man diesen Satz einfach verwenden
- muss ihn sogar noch steigern: Weltklasse-Jazz boten die vier internationalen
erfahrenen Musiker zum Saisonauftakt im Bamberger Jazzclub.
Mit Eigenkompositionen des Pianisten und Quartettgründers
Milan Svoboda, melodiös und eingängig, aber nie seicht. Mit einer
Klangsprache, die einerseits ganz in der Tradition klassischer Jazzpianisten
stand, andererseits aber ganz eigenständig war. Zum Beispiel bei den
subtilen Temporückungen von "Mud", die dem Stück eine packende Dynamik
verliehen. Svoboda, der Mann mit dem Strohhut, setzte bei den raffinierten
verschleppten, sanft fliessenden Motiven von "Shadows" Massstäbe, die seine
Mitmusiker mühelos erfüllten: Michal Gera liess seine Trompete mal mit
nasalem, mal mit ungeniert warmen Klang virtuos sprechen. Martin Lekky reizte
die Möglichkeiten seines sechssaitigen E-Basses bis in die verspielten Schlussschnörkel
von "Shadows" aus und Ivan Audes am Schlagzeug baute sein swingendes Fundament.
Urbanen Clubsound gab das Quartett zu Gehör, überzeugend
auch in schnellen Stücken wie "Fuddle". Geras Trompete schwang sich
hier in rauen, kantigen Linien auf und Ivan Audes begeisterte in einem
flinkfingrigem Solo, das sich zu einer Marscheinheit von Schlagzeugern
steigerte. Nach augenzwinkerndem Ritarnando am Scluss ein begeistert
gehauchtes "Yeah" aus dem Publikum.
Die Sogwirkung gleich beim ersten Stück wurde noch gesteigert
durch die Suiten-ähnlichen Kompositionen, die schon fast ein Markenzeichen
Svobodas sind. Variationen wurden da gespielt, die nahtlos ineinander
übergingen, mit entspannten Improvisationen, die die Linien des Stücks
trotz aller Freiheit konsequent weiterentwickelten. So griff die Trompete
sanft gedämpft das sehnsüchtigschwebende Pianomotiv bei "Marging" auf,
das Milan Svoboda in einem barocken Exkurs mit wohltemperierten Klavier
zurückführte.
Und der Satz vom Jazz aus Prag ging mir nicht mehr aus
dem Kopf…
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Konzert in Frauenau (5.7.2001) im Rahmen der "49.
Passauer Europäischen Wochen" 2001:
(Passauer Neue Presse)
Jazz aus Prag als Hörerlebnis
auf höchstem Niveau
Das Milan Svoboda Quartett spielte mit dem ungarischen Saxofonisten
Tony Lakatas in Frauenau im Rahmen der "49. Passauer Europäischen
Wochen" (5.7.2001):
Nun ist der Prager Jazzpianist Milan Svoboda zusammen mit
seinem 1979 gegründeten Quartett allein schon eine Wucht. Wenn er
aber zudem noch mit dem aus Budapest stammenden Tenorsaxofonisten Tony
Lakatos gemeinsam auf der Bühne steht, avancieren diese Konzerte nicht
selten zum Hörerlebnis auf Weltklasse- Niveau. So bereicherte der Auftritt
des Quintetts in der Freiherr-von-Poschinger-Glashütte in Frauenau im
Rahmen der "49. Passauer Europäischen Wochen" die Palette des Festivals
auf erfrischend unkonventionelle und beeindruckende Weise gleichermaßen.
Die stilistische Vielseitigkeit des Quintetts und damit
auch die des Komponisten Svoboda wurde bereits im Laufe der Interpretation
der ersten vier Nummern deutlich. Nach der Modern-Bop-Nummer "Mud"
und einer Fusion-Komposition mit dem Titel "Bluff", die durch eine rockig
treibende Snare-Drum auf der zweiten und vierten Zählzeit für Stimmung
sorgte, stimmte die Formation die romantisch-lyrische Ballade "Shadows"
an, auf welche wiederum eine Reggae-Bearbeitung des Standard-Dauerbrenners
"Body And Soul" folgte.
Die Themen und die Changes der Kompositionen Svobodas sind
einfallsreich, die zweistimmigen Bläsersätze der Themen oft rhythmisch
raffiniert gesetzt. An Kreativität ließen es aber auch die Mitglieder
der Formation in Bezug auf ihre Improvisationen nicht vermissen, allen
voran Tony Lakatos. "Raste" er hier und da in Bebop-Passagen ein wenig
nach John-Coltrane-Art, so wusste er in Balladen durch den lyrischen
Klang seines romantisch gehauchten Tenorsaxofons zu fesseln.
Der Mann der tiefen Töne, Martin Lehky, verstand den nach
oben erweiterten Tonumfang seines ungewöhnlichen sechssaitigen E-Basses
zu nutzen und das nicht nur in den Improvisationen. Denn der nach der
Pause interpretierte Bossa Nova "View From The Window" bot ihm die Möglichkeit,
gitarrenähnlich das Thema vorzustellen. Michal Gera bestach an der Trompete
und am Flügelhorn, das er vorwiegend in lyrischen Passagen einsetzte,
gleichermaßen.
Auch Ivan Audes überzeugte nicht nur durch sein mitreißendes
Schlagzeugsolo vor der Pause, in dem er durch minimalste Verschiebungen
rhythmischer Überlagerungen immer wieder neue Komplemetärhythmen kreierte.
Und schließlich konnte man sich an der geschmeidig eingesetzten Virtuosität,
am großen Temperament und dem Gespür Milan Svobodas für spontane Reaktionen
auf die improvisatorischen Einfälle seiner Kollegen erfreuen. Das zahlreich
erschienene Publikum ließ die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne.
Stefan Rimek
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Hailbronn, Jazz Club CAVE, September 24th,
2002
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Speyerer Tagespost 12.03.2001
Wohlige Jazz-Poesie aus Prager Gefilden
Milan-Svoboda-Quartett in der Dreifaltigkeitskirche: Stimmige Songs,
exzellente Musiker
Jazz aus Prag, das hat Tradition, ist durchaus ein Markenzeichen.
Wenn dann mal einer der bekanntesten Jazzer der tschechischen Metropole
ausgerechnet in Speyer spielt, hätte man sich schon deutlich mehr
Publikum gewünscht. Nicht nur, um dem Bekanntheitsgrad Milan Svobodas
adäquat Rechnung zu tragen. Vielmehr weil die vier Musiker, die am
Freitagabend in der Dreifaltigkeitskirche ihre Auffassung von Jazz
darboten, erstklassig waren.
Schon gleich beim Einstiegssong, „Torso“, lenkt Trompeter
Michal Gera die Aufmerksamkeit auf sich. Er spielt einen wunderbaren
klaren und dennoch weichen Ton, völlig unprätentiös und doch hochkonzentriert.
Ganz hervorragend kommt das im dritten Lied, „Siesta“, rüber, bei dem
Gera seinem Instrument den Dämpfer aufsetzt. Beim Milan-Svoboda-Quartett
sitzt alles, die Songs fließen, als gäbe es für die vier Musiker keinen
anderen Daseinszustand als genau diesen konzertanten. Es wird sich angelächelt,
zugenickt; die jeweiligen Soli von den übrigen Musikern fast immer aufs
Feinste begleitend hervorgehoben.
Die neun Songs (Nummer zehn, „Fuddle“, ist die gern gewährte Zugabe),
stammen allesamt aus der Feder Svobodas. Der Komponist und Arrangeur
huldigt dem Standard-Jazz, ohne im Entferntesten zu langweilen. Er
leistet sich dezente Verstiegenheiten wie in „Bat Dance“, dem temporeichsten
Lied des Abends. Das Gros des Programms bestimmt ein melodiöser Jazz,
der Bilder von Nachtcafés, langen Spaziergängen und Großstadtstraßen evoziert
und im besten Sinne poetisch zu nennen ist..
Zu heftigster Form laufen Svoboda und Drummer Ivan Audes in „Private
Life“ auf. Der Bandleader überrascht mit einem furiosen Intro, das
reichlich Dramatisches aufweist und keinen Zweifel daran lässt, dass
Svoboda nicht nur ein hervorragender Komponist, sondern ein ebensolcher
Pianist ist. Audes haut, trommelt, dribbelt, prickelt aus seinem Instrument
raus, was das Zeug hält.
Das Wunderbare am Jazz, an solch selbstvergessen anmutenden Einlagen:
Mit einem Sich-Zunicken sind sofort alle wieder beim Thema, verschmelzen
jedwede Solo-Exzesse wieder zur Leitmelodie. In derart lässigem Miteinander
ist das Quartett ein wahrer Meister. Genauso wie im „Täuschen“ des
Publikums - es geht ohne Zäsur von Song zu Song und man muss sich
richtig anstrengen, zum Klatschen zu kommen. Hemmend wirkte da zweifelsohne
aber auch die hehre Kirchenatmosphäre. (Andrea Pauli)
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Rheinpfalz Speyer, 12.3. 01
Milan Svoboda-Quartett mit feinem Jazz-Rock
in Dreifaltigkeitskirche
Auch Miles Davis stand Pate
"Speyer jazzt" - unter diesem Motto präsentierte der "K3-Verein zur
Förderung von Kunst und Kultur" das aus Prag kommende Milan-Svoboda-Quartett
am Freitagabend. Im ungewöhnlichen Ambiente der Speyerer Dreifaltigkeitskirche
zelebrierten die vier Jazzer von der Moldau vor Altar und riesiger
Kirchenorgel zeitgenössischen Jazz.
Milan Svoboda, Pianist und Leiter der Prager Formation, begann mit
ruhigen, cembaloähnlichen Sounds aus dem elektronischen Keyboard,
ostinate Akkordstrukturen trugen das Trompetenspiel Michal Geras, dessen
Töne in der Weite des Kirchengewölbes verhallten.
Die bestens eingespielte Gruppe mit Martin Lehky an der
elektrischen Bassgitarre und Ivan Audes am Schlagzeug wechselte von
besinnlicher Klangmalerei zu auf den Punkt gebrachtem Unisonospiel
mit vertrackten Themen. Meist gingen die Stücke - allesamt Eigenkompositionen
Milan Svobodas - nahtlos ineinander über, ohne das übliche Applausritual.
Schnell wechselten die musikalischen Stimmungen. Rockige Rhythmen gingen
in swingende Passagen über.
Svobodas virtuos gestaltetes Tastenhandwerk mit perlenden
Tonkaskaden und treibender Dynamik verlieh den Stücken die Aura zeitgenössischer
Improvisationskunst, deren Handwerk die Jazzer aus Prag bestens beherrschen.
Kurze Soloausflüge des Bassisten Martin Lehky mit grummelnden Läufen
bildeten kleine Ruhepunkte im nervösen Gruppensound.
Stilistisch bewegte sich das Prager Quartett innerhalb zeitgenössischer
amerikanischer und europäischer Spielarten. Nicht zu überhören waren
die Einflüsse des "Electric Jazz", wie ihn Miles Davis und seine Mitstreiter
Ende der sechziger beziehungsweise Anfang der siebziger Jahre entwickelt
hatten.
Mit spannenden Ostinati und geheimnisvoll anmutenden Sounds
aus dem Klangcomputer, den stechenden Trompetenphrasen und rockigen
Grooves, erinnerte das Milan-Svoboda-Quartett an diese musikalische
Aufbruchstimmung vergangener Tage. Knackige Fender-Rhodes-Sounds
mit quirligen Läufen und dynamisch gesetzten Akkordgriffen zollten jener
Musik Tribut.
Chick Cores vor allem, doch ein wesentlicher Mitgestalter
des fusionsorientierten Jazz-Rock, hatte es dem Tastenkünstler Svoboda
angetan. In Kompositionsart und Phrasierung steht er dem amerikanischen
Meister fast in nichts nach. Souverän und austariert in Tongestaltung
und Timing gab Svoboda den Stücken eine gewisse Eleganz.
Gegen Ende des Konzertabends durfte sich der Schlagzeuger
Ivan Audes, der sich stets dezent zurückgehalten hatte, noch einmal
so richtig mit einem Drumsolo austoben. Mit einer Zugabe bedankte sich
das Quartett beim Publikum, welches andächtig und geduldig auf den ungemütlichen
Kirchenbänken ausgeharrt hatte.
(Von unserem Mitarbeiter: Gerhard Schmidt)
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